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  • Gedenkstätte für Märtyrer des 20. Jhdts. im Erzbistum Köln in St. Ursula

    Mehrfachbeauftragung/ 2003
    Ulrich Königs, André Rethmeier, Marc Wieneke

    Die Auseinandersetzung mit dem Martyrologium des 20. Jahrhunderts macht deutlich, dass der Märtyrertod nicht ein vergangenes, historisch zu bewertendes Phänomen ist, sondern eine zeitgemäße Bezugnahme zur Aufgabe und zum Ort erforderlich macht. Die Basilika St. Ursula muss demnach eine Hinzufügung erhalten, die aus der Ableitung und Interpretation historischer Bezugsebenen eine neue zeitgemäße Bedeutungsschicht generiert. Die Zeitsprünge mehrerer Jahrhunderte und Brüche, die in der Kontinuität der „Kirche der Heiligen Jungfrauen“ als Ort der Verehrung christlicher Märtyrer liegen, dürfen dabei nicht egalisiert werden. Es bedarf vielmehr einer Verstärkung, ja sogar Radikalisierung, um in der Gegenwart eine vergleichbare Wahrnehmungsintensität zu erzielen, die vor Jahrhunderten mit den Reliquien und deren Präsentationsform erzielt wurde. In der Logik radikaler Selbstverständlichkeit transformieren wir das aus dem Marienschiff verschwundene „Wandmobiliar“, ein „riesiges, mit Akanthusranken üppig geschmücktes Wandregalium, das sich über den Statuen von Maria, Christus und Ursula zwischen Pfeilerbogen und Gewölbe spannte. Im vierstöckigen Gehäuse, unterteilt in vierzig Parzellen erblickte der durch das Südportal eintretende gleich am Eingang der Kirche der Heiligen Jungfrauen, als ob zu seinem Empfang, zahlreiche ihrer Häupter und Gebeine“ (aus: Legner, Anton, Kölner Heilige und Heiligtümer – ein Jahrtausend europäischer Reliquienkultur, Köln 2003)