• Info
  • Justizvollzugsanstalt für weibliche Gefangene Willich

    Begrenzt-offener Wettbewerb/ 2003
    Ankauf
    Ulrich Königs, Christoph Schlaich, Daniela Gockel, Marion Mischke

    Ziel bei der Planung des neuen Gefängnisses war für uns die Schaffung eines optimalen Verhältnisses zwischen einer betrieblich klaren Organisationsstruktur und einer an den Grundbedürfnissen der dort lebenden und arbeitenden Menschen orientierten Ausgestaltung. Die Tatsache vor Augen, dass es sich letztendlich um einen großen Käfig handelt und nicht um einen Verwaltungsbau oder eine Freizeitanlage, hinderte uns nicht daran, größtmögliche architektonische Sorgfalt in die bauliche Ausformulierung zu investieren. Denn schließlich ist es in besonderer Weise das Gebäude selbst. welches In seiner indirekten oder direkten Wahrnehmung den Strafvollzugsalltag entscheidend mitprägt. Insofern kann das Bauwerk als solches in hohem Maße mit dazu beitragen, den Alltag im Gefängnis für alle Beteiligten positiv zu beeinflussen.

    Die Justizvollzugsanstalten Willich I und II repräsentieren in herausragender Weise die Konzeption preußischer Gefängnisanstalten des 19. Jahrhunderts und verdienen daher zu Recht eine bauliche Schutzstellung. Dem neuen Gebäude sollte es in gleichem Maße gelingen, die heutige gesellschaftliche Auffassung und Zielsetzung von Strafvollzug baulich umzusetzen und zu repräsentieren. Die architektonische Gestalt vermeidet weitest möglich jedweden repressiven Charakter In Form geschlossener Hofanlagen oder monotoner, repetierender Raumfolgen. Wir denken, dass eine räumlich abwechslungsreiche Gebäudestruktur und innere Transparenz nicht im Gegensatz stehen muss zu Anforderungen an Funktionalität und Sicherheit und daher den Zielsetzungen des modernen Strafvollzuges bestmöglich entspricht.