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  • St. Elisabeth Bad Rothenfelde_ Perspektive

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  • Umbau St. Elisabeth Bad Rothenfelde _ Ansicht

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  • Umbau Kirche St. Elisabeth Bad Rothenfelde

    Machbarkeitsstudie/ 2016
    Ulrich Königs, Ilse Königs, Paola Both, Ilknur Sentürk

    Wir schlagen vier konzeptionelle Module vor, die prinzipiell jedes für sich einzeln umgesetzt werden können, stufenweise zeitlich versetzt oder – vorzugsweise – als Ganzes. Jedes Modul hat einen konzeptionell inhaltlichen Schwerpunkt, gepaart mit technisch – funktionalen Verbesserungen des Bestandes.

    Modul 1 – Absenkung des Altarbereiches und Wand- und Bodenerneuerung incl. Heizung

    Der Altarbereich wird ebenengleich auf das Niveau des Kirchenschiffes versetzt. Der Boden wird komplett erneuert und integriert eine Fußbodenheizung. Die neue Heizungsanlage wird in das Obergeschoß des ehem. Sakristeitraktes verlegt. Dadurch entsteht mehr Flexibilität für die Feier unterschiedlicher Gottesdienstformen. Für große Feiern können dort zusätzliche Sitzplätze geschaffen werden, kleinere Feiern können im Chorraum eine besondere Intimität erzeugen. Der Altar kann durch die Absenkung mehr nach vorne gerückt werden, ein zeitgemäßes Circumstantes wird dadurch möglich.

    Modul 2 - Erneuerung der Möblierung, des Innenausbaus incl. Beleuchtung

    Die östlichen Seitenbereiche erhalten neue Wandabtrennungen. Die Kirchenbänke werden komplett erneuert. Prinzipalien und weitere Ausbauten werden hinzugefügt. Die Empore wird als abgestufte Holzkonstruktion erweitert. Die Starkstromanlage incl. Beleuchtungsanlage wird komplett erneuert. Durch die Verlagerung der Sakristei und des Tabernakels kann ein neuer Andachtsraum in der ehemaligen Sakristei entstehen. Das Elisabeth-Relief und der Tabernakel werden räumlich separiert. Die Beichte wird als Gesprächsraum an den ehemaligen Taufort verlegt. Das ursprüngliche Konzept einer Wegekirche wird durch die achsiale Anordnung von Eingang, Taufe, Altar und Ambo gestärkt. Die Taufbecken als Tauferinnerung rückt in den Mittelpunkt und erlaubt zukünftig eine Einbeziehung der Gemeinde. Die Veränderung der Bankstellung ggf. in Kombination mit einer Bestuhlungsmöglichkeit des Chores (siehe Modul 1) erlaubt unterschiedliche Zonierungen und Formen von gottesdienstlichen Feiern.

    Modul 3 - Schaffung eines neuen Seiteneingangs incl. Anpassung der Außenanlagen

    Es wird ein neuer Seitengang hinzugefügt. Die westliche Bestandswand wird teilweise geöffnet und konstruktiv abgefangen. Der angefügte Seitengang wird mit Bodenplatte und FB-Heizung niveaugleich an den Kirchenraum angeschlossen. Der Höhenausgleich am Südausgang wird über eine Rampe im Außenbereich hergestellt. Die neue Westwand wird als einschalige Stampflehmwand ausgeführt, das Dach als Stahl-Glaskonstruktion. Der Südeingang erhält eine Windfanganlage, die Nordseite ist festverglast. Durch den neuen Seiteneingang besteht die Möglichkeit, die Kirche vom Bibelgarten her zu betreten. Die wichtige Bezugnahme Gradierwerk – Kurpark – Bibelgarten – Kirchenraum wird so sinnfällig möglich. Im Inneren stärkt dieser Seitengang den Charakter einer „Kirche auf dem Weg“, taghell und längsachsial begleitet er den Kirchenraum auf seiner ganzen Länge. Die Kreuzwegstationen könnten ebenfalls an der neuen Längswand positioniert werden. Die unmittelbar angrenzenden Außenbereiche sowie der Kirchenvorplatz sollten zeitgemäß erneuert werden, so daß sich qualitätsvolle Aufenthaltsbereiche ergeben.

    Modul 4 – Südfenster

    Das Südfenster besteht aus einer Sonnenschutz-Isolierverglasung mit außenliegender Holzkonstruktion als Blendschutz. Die Öffnung wird zuvor in der vorhandenen Wandscheibe hergestellt. Bisher dreht die Kirche dem Kurpark den Rücken zu und erlaubt keinerlei Bezugnahme. Das neue Südfenster wird als spiritueller Anziehungspunkt die neue Kirche von Innen und Außen prägen. Die große Öffnung mit einer subtil ablesbaren Kreuzform innerhalb der Holzkonstruktion wirkt transzendental über die Verlängerung der Wegeachse Taufe, Altar und Ambo. Von Außen betrachtet lädt das neue Fenster den Kurparkbesucher von Weitem ein und macht ihn neugierig näher zu treten. Die Holzkonstruktion ist genügend dicht, um Blendwirkungen oder direkte Einsichtnahmen zu vermeiden. Die abstrakte Konstruktion ist geometrisch komplex und beruht auf der Bildwirkung einer zufälligen Anordnung, die sich mehrfach deuten läßt. Die Schwarzdorn-Schichtung des gegenüberliegenden Gradierwerkes kann ebenso herausgelesen werden wie eine Dornenkronen-Darstellung als Ausdruck der Leiden Christi oder auch die biblische Dornbuschszene als Ausdruck von Hoffnung und Versprechen.

    Mit der spirituellen Kraft des Südfenster wird die Umgestaltung der Kirche St. Elisabeth dem Ort und den neuen Aufgaben in besonderer Weise gerecht.